

 
Am 2. Juni 2010 fand im Ansfelnder ABC (Anton Bruckner Centrum) die vielbeachtete Fachtagung zum Thema "Jugend & öffentlicher Raum: freiraum/konfliktfeld/verbotszone" mit rund 100 Teilnehmer/innen aus ganz Österreich statt. Gäste waren neben dem bekannten Düsseldorfer Jugendforscher Prof. Dr. Ulrich Deinet beispielsweise die Stadtforscherin Mag. Sabine Gruber aus Wien oder der Friedensforscher Dr. Reiner Steinweg aus Linz.
Unter "weiterlesen" finden sich die Dokumentation dieser Tagung (wird in den nächsten Tagen noch weiter ergänzt), weitere Infos und Fotos.
2. Juni 2010: Fachtagung in AnsfeldenFreiraum/Konfliktfeld/VerbotszoneJugend & öffentlicher Raum: Perspektiven & Anregungen für Jugendarbeit, Stadtplanung & Politik
ANTON BRUCKNER CENTRUM (ABC)
 Die 98 Teilnehmer/innen bei der von "OJA-offene Jugendarbeit in Ansfelden" initiierten Fachtagung "Jugend & öffentlicher Raum: freiraum/konfliktfeld/verbotszone" im Ansfeldner Anton Bruckner Centrum (ABC) am 2. Juni waren sich am Schluss einig: Zentral in dem Spannungsfeld Jugend & Freiraum ist das Mut machen und Mut haben. Dies trifft auf alle Beteiligten zu: Jugendliche, Jugendarbeit, Stadtplanung & Politik. Es gilt für alle Beteiligten sich etwas zu trauen, den Konflikt nicht zu scheuen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Lösungen, die nicht von oben aufgesetzt werden können.
ProgrammEröffnung & Begrüßung: 9. 30 Uhr Zu Beginn dieser Tagung überbrachte die Abgeordnete zum Landtag Frau Mag.a. Helena Kirchmayr freundliche Grußworte von Frau Jugendlandesrätin Doris Hummer.
 Die Ansfeldner Stadrätin Renate Heitz überbrachte freundliche Grußworte von Herrn Vizelandeshauptmann & Soziallandesrat Josef Ackerl und begrüßte im Namen von Bürgermeister Karl Pichler die Gäste dieser Tagung. Sie ließ es sich im Anschluß nicht nehmen, bei den Fachvorträgen mit dabei zu sein. Als ihr persönlicher Favorit hat sich das "Verharren in Gelegenheitsstrukturen" als Begrifflichkeit von Prof. Ulrich Deinet in ihr Bewußtsein gegraben.
Fachvorträge ab 10 Uhr:

Die Stadtentwicklerin Mag. Sabine Gruber aus Wien betonte notwendige neue Allianzen: "Beteiligung von Bürger/innen und insbesondere Jugendlichen wird in Stadtplanung und Architektur leider oft als störend empfunden. Mit dem Ergebnis, dass wir zwar architektonisch ansprechende Plätze vorfinden, die aber ohne Leben und ohne Nutzen sind. Stadtplanung, Jugendarbeit und Politik müssen verstärkt und neugierig aufeinander zugehen. Die Erfahrung mit solchen Prozessen, an denen alle beteiligt sind, sind durchwegs positive. Das Know-How und die Bedürfnisse der anderen werden erfahren und ermöglichen ein Funktionieren von öffentlichen Räumen. Das sind Prozesse und Erfahrungen, von denen die Beteiligten dann mehr wollen: Man tut es also gerne wieder und beteiligt sich so an der gesellschaftlichen Entwicklung."
Der bekannte Jugendforscher Prof. Ulrich Deinet aus Düsseldorf griff in seinem Vortrag das heiße Eisen Freiraum für Jugendliche auf: "Es braucht öffentliche Orte für Jugendliche. Diese Freiräume sind wesentliche Lernorte für Jugendliche. Jugendliche wollen am Leben in der Stadt, am Leben im Dorf teilhaben können und in der Stadtöffentlichkeit wahrgenommen werden. Mit dieser Beteiligung am öffentlichen Leben und der Beteiligung von Jugendlichen an der Entwicklung der öffentlichen Räume wird Demokratie gelernt. Hier kann durch Beteiligung das Aushandeln von Interessessen und die Gestaltung von Räumen gelernt werden. Es bedarf besonders im Hinblick auf die demografische Entwicklung (Stichwort "Überalterung der Gesellschaft") des Ausgleichs zwischen Senioren und der Jugend durch Politik und Stadtplanung. In Deutschland entwickelt sich die Jugendarbeit mittlerweile zunehmend zum Standortfaktor im Wettstreit der Kommunen: "Firmen schauen in der Standortwahl verstärkt darauf, dass Mitarbeiter/innen und deren Familien ein lebenswertes Umfeld vorfinden. Dabei geht es natürlich um Kindereinrichtungen wie Krabbelstuben und Kindergärten, aber auch um eine funktionierende Infrastruktur für danach, also für Jugendliche. Und dazu zählen Jugendangebote wie Jugendtreffs und auch Freiräume für Jugendliche. Aus all diesen Gründen dürfen wir uns auch vor Konflikten, die damit einhergehen, nicht scheuen."
14.00 Uhr: WorkshopsIn sechs Workshops zu Themen wie beispielsweise "Was bringt Frieden in die Stadt?", "Jugendtreffs und Sozialraum" und "Kreative Aktionen im öffentlichen Raum" erarbeiteten die rund 100 Teilnehmer/innen aus ganz Österreich aus Jugendarbeit, Planung & Politik mögliche Maßnahmen und Ideen. Als zentrale Ergebnisse lassen sich beispielweise die notwendige stärkere Vernetzung zwischen den handelnden Personen, die verstärkte Arbeit zwischen den Fachbereichen und die Forderung nach mehr Mut für alle Beteiligten sehen. Auch der fachliche Diskurs in diesem Bereich ist stärker zu forcieren.
o Jugend & öffentlicher Raum: Prof. Dr. Ulrich Deinet
Infos folgen
o Öffentlicher Raum: Mag. Sabine Gruber, M.C.D.Infos folgen
o Jugendtreffs/zentren und Sozialraum. Reinhard Sander
Infos folgen
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17 - 18 Uhr: Abschlussplenum im ABC
Offen und für alle zugänglich.
Die wesentlichen Ergebnisse der Workshops wurden hier präsentiert und diskutiert.
19 Uhr: Abschlussparty im Jugendtreff ECHO
 Im Anschluss an die Fachtagung feierten Referent/innen, Teilnehmer/innen und Jugendliche ein gemeinsames "Freiraum"-Fest im Jugendtreff ECHO in Haid. Dabei ließen die jugendlichen Freiraum-Expert/innen wenig Berührungsängste mit den "alten Freiraum-Professoren" erkennen. Es zeigte sich einmal mehr: Freiraum macht Begegnung und Austausch möglich.
Mehr Fotos von der Fachtagung & vom Freiraum-Fest finden sich auf der Jugendbüro-Site auf FACEBOOK. Diese Seite ist auch für Nicht-Facebook-Mitglieder (keine Registrierung notwendig) frei zugänglich und einsehbar. Einfach diesen Link klicken: Jugendbüro Ansfelden auf Facebook
Mehr Infos zu den einzelnen Referent/innen:
Veranstalter: OJA. Offene Jugendarbeit Ansfelden. Jugendbüro. Jugendtreff cheers. Jugendtreff ECHO. Jugend.Kultur.Box shelter. Streetwork Linz-Land.
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